Wie schon beim letzten Mal angekündigt, werde ich Euch in diesem Blogeintrag ein bisschen über meine Reise nach Weihnachten berichten. Darüber hinaus möchte ich Euch natürlich auch nicht vorbehalten, wie mein Silvester hier war und das „Mid of Stay Seminar“, welches am Anfang des Jahres stattfand. Aber machen wir eins nach dem anderen…
Reisetagebuch Part III: „Volta Region“
Zuerst einmal möchte ich
Euch darüber erzählen, wie wir hier immer so unsere Reisen planen. Wie schon
erwähnt, waren ich um Weihnachten herum bei Annika und Sarah, zwei Mitfreiwillige von
mir. Wir hatten uns zwar schon darauf festgelegt, dass es diesmal in die Volta
Region gehen soll, aber wohin genau, das hatten wir uns noch nicht so richtig
überlegt. So guckten wir dann am Tag vor unserer Reise mal in einem Reiseführer
nach, was es alles so in der Volta Region zu sehen gibt und schrieben uns dann
auch noch ein paar Unterkünfte heraus, die wir in Betracht ziehen könnten. Am
nächsten Tag trafen wir uns dann alle mit Franzi, einer weiteren Freiwilligen,
suchten ein Tro Tro, das in die Volta Region fuhr und los konnte es gehen…
Ich finde diese Art der
Urlaubsplanung sehr viel entspannter, als die meisten Urlaubsplanungen in
Deutschland. Meine Mutter wird jetzt bestimmt lachen, weil sie eigentlich fast
alle Urlaube in meinem Leben geplant hat, aber dennoch muss man sich ja meistens
frühzeitig Gedanken machen, wo es den hingehen soll, damit man noch günstige
Unterkünfte oder Flüge bekommt. Hier hingegen sucht man sich einfach sein Ziel raus,
findet ein Tro Tro, was einen dort hin bringt und vor Ort findet man schon
immer einen Unterkunft. Und manche von Euch werden sich jetzt bestimmt denken,
in den Unterkünften, die man dann noch findet, möchte man aber eigentlich nicht
freiwillig schlafen. Dies trifft aber bisher noch gar nicht auf meine
Erfahrungen zu. Alle Hostels, die ich bisher hier besucht habe, waren gut
ausgestattet und hatten alles vor Ort, was man so braucht.
Unser Ziel war diesmal
Ho-Hoe, einer der größeren Städte in der Volta Region. Auf dem Weg dorthin
machten wir jedoch einen Stopp an der „Tafi-Atome Monkey Sanctuary“. Dies ist
ein kleines Naturreservat, in dem die seltenen Mona-Meerkatzen leben. Auf dem
Weg zum Reservat kaufte unser Guide noch schnell ein paar Bananen und schon
konnte es los gehen. Es dauerte gar nicht lange, bis wir die ersten Affen zu
sehen bekamen, welche meiner Meinung nach wirklich süß und lustig aussehen.
Unser Guide erklärte uns anschließend, dass die Affen normalerweise auch auf
die Arme und Beine der Besucher klettern. An dem Tag wo wir dort waren, waren
davor nur schon sehr viele Gruppen dagewesen, sodass die Affen schon relativ
statt waren. Dennoch kamen uns viele von ihnen sehr nahe und nach und nach
gelang es jedem von uns die Affen mit unseren Bananen zu füttern.
Nach diesem wirklich
schönen Abstecher machten wir uns weiter nach Ho-Hoe. Dort blieben wir jedoch
nicht lange, sondern genossen nur schnell eine leckere Portion Fufu und machten
uns dann auf den Weg nach Liat-Wote. Von dort aus wollten wir nämlich am
nächsten Tag den höchsten Berg Westafrikas besteigen, den Adjafato, welcher
968m hoch ist. Für den Aufstieg brauchten wir knapp eine Stunde und waren
danach auch erst mal ein bisschen außer Atmen und staunten nur, als uns unser
Führer „Lucky“ erzählte, dass er normalerweise nur zwischen 20-30 Minuten für
den Aufstieg braucht. Oben angekommen war unsere Sicht leider nicht so
überragend wie wir es gehofft hatten, da der Staub vieles verbarg. An dem Tag,
als wir nämlich von Accra los fuhren ging die Hamattan-Saison los. Typisch für
diese Saison ist, dass die Tage immer wärmer und trockener werden und dass die
Nächte "kühler" (was dann so um die 20-25 Grad wäre) werden. Außerdem ist die Luft durch den Sahara Staub sehr nebelig
und staubig und die Sonne war an den ersten Tagen so gut wie nicht zu sehen.
Mittlerweile hat sich das aber alles wieder relativiert. Trotz des Staubes
konnte man trotzdem einiges sehen und allein der Aufstieg an sich hatte sich
schon gelohnt.
An dieser Stelle möchte
ich kurz einen kleinen Einschub machen: Oben auf dem Berg trafen wir zwei
weitere Deutsche. Nachdem wir mit einem von ihnen ins Gespräch kamen und über
unsern Freiwilligendienst berichteten,
fragte uns dieser dann nach einer Weile: ,,Das ist aber auch nur gut für
den Lebenslauf, oder?“. Leider ist dies nicht das erste Mal, dass ich so eine
Aussage gehört habe. Meiner Meinung nach ist so eine Frage oder Aussage totaler
Unsinn. Dieses Jahr ist nicht nur für
meinen Lebenslauf, es ist für mein ganzes restliches Leben und wird mein
Handeln und Denken für immer beeinflussen. In den letzten Monaten habe ich
gefühlt so viel über die Welt gelernt, wie in meinem bisherigen Leben zusammen. Und die
Zeit bisher hat mir wirklich geholfen einen anderen Blick auf die Welt zu
werfen. Darüber hinaus merke ich immer wieder, wie sehr auch mein Umfeld zu
Hause von diesem Jahr beeinflusst wird und sich das Denken oder die Ansichten
dieser Personen auch ändern. Als gutes Beispiel fallen mir z.B. meine
Großeltern ein, die wahrscheinlich in ihrem restlichen Leben nicht mehr viel
von Ghana oder generell Westafrika gehört hätten, außer vielleicht einmal durch
die ein oder andere Dokumentation oder kurze Berichte in den Nachrichten. Nun
aber berichte ich Ihnen immer wie das Leben hier so ist und so haben sie auch
ein viel größeres Verständnis von vielem hier und verfolgen jede noch so kleine
Nachricht über Afrika oder Ghana. Darüber hinaus sammelt man natürlich nicht
nur prägende Erfahrungen, sondern findet auch viele neue Freunde und lernt ein
Land komplett für sich kennen und auch lieben.
Ich könnte hier jetzt noch Seiten weiterschreiben, aber ich denke mein
Punkt ist klar: Dieses Jahr ist auf keinen Fall nur dafür da, damit es sich
vielleicht irgendwann mal ein zukünftiger Arbeitsgeber ansieht und sich für
mich entscheidet. Dieses Jahr ist für mich als Person ein unvergessliches
Erlebnis, welches mich für immer prägen wird.
Soooooooo… (lach).
Nachdem wir den Adjafato dann wieder hinabgestiegen waren, machten wir uns noch
schnell auf den Weg zum Tagbo Waterfall. Auf den Weg dorthin zeigte uns Lucky
verschiedene Pflanzen und Früchte und pflückte für uns unter anderen eine Cacoa
Frucht und Papaya, welche wir dann genüsslich am Wasserfall verzehren konnten.
Der Wasserfall an sich war wunderschön mitten im Wald gelegen und somit ein
super schöner Ort, um nach dem anstrengend Bergsteigen zu entspannen. Am Ende
trauten sich Sarah und ich sogar schwimmen zu gehen, obwohl das Wasser dort
wirklich eisig kalt war! Am Abend zeigte uns Lucky dann noch die lokale
Variante des ghanaischen Gerichts Baanko, welches wir dann mit Buschratte aßen.
Hört sich vielleicht ein bisschen komisch an, aber schmeckte echt super
Am nächsten Tag stand dann der ,,Upper Wli Waterfal“ an. Wem das jetzt irgendwie bekannt vorkommt, nicht wundern! Zusammen mit AFS haben wir im November unsere erste Reise in die Volta Region gemacht und damals den ,,Lower Wli Waterfal“ besucht. Schon damals haben wir erfahren, dass es neben dem ,,Lower Wli Waterfal“ auch den ,,Upper Wli Waterfal“ gibt, welcher jedoch nur über einen lange Wanderung durch den Wald möglich ist. Dennoch wollten wir uns dies natürlich nicht entgehen lassen, vor allen Dingen, weil der höhere der beiden Wasserfälle eigentlich der höchste Wasserfall Westafrikas ist. Nach einem ziemlich abenteuerlichen Wanderweg, waren die Gedanken an diesen jedoch mit einem Schnips weg, als wir den Wasserfall sahen. Es ist wirklich schwierig zu sagen, welcher von beiden schöner ist, da beide wunderbar gelegen sind. Da wir ja bereits schon durch den Vortag abgehärtet waren, gingen wir hier natürlich auch wieder schwimmen. Danach wurde noch die leckere Paw-Paw Frucht verzehrt und dann konnte es auch schon so langsam wieder auf den Rückweg gehen. Am nächsten Tag war unsere Reise dann auch schon wieder vorbei und es ging wieder nach Accra.
| Für alle die dachten, dass Afrika nur aus Sand besteht ;) |
| Leider kann man die Kälte nicht mit abbilden brrrrrrrr |
Am nächsten Tag stand dann der ,,Upper Wli Waterfal“ an. Wem das jetzt irgendwie bekannt vorkommt, nicht wundern! Zusammen mit AFS haben wir im November unsere erste Reise in die Volta Region gemacht und damals den ,,Lower Wli Waterfal“ besucht. Schon damals haben wir erfahren, dass es neben dem ,,Lower Wli Waterfal“ auch den ,,Upper Wli Waterfal“ gibt, welcher jedoch nur über einen lange Wanderung durch den Wald möglich ist. Dennoch wollten wir uns dies natürlich nicht entgehen lassen, vor allen Dingen, weil der höhere der beiden Wasserfälle eigentlich der höchste Wasserfall Westafrikas ist. Nach einem ziemlich abenteuerlichen Wanderweg, waren die Gedanken an diesen jedoch mit einem Schnips weg, als wir den Wasserfall sahen. Es ist wirklich schwierig zu sagen, welcher von beiden schöner ist, da beide wunderbar gelegen sind. Da wir ja bereits schon durch den Vortag abgehärtet waren, gingen wir hier natürlich auch wieder schwimmen. Danach wurde noch die leckere Paw-Paw Frucht verzehrt und dann konnte es auch schon so langsam wieder auf den Rückweg gehen. Am nächsten Tag war unsere Reise dann auch schon wieder vorbei und es ging wieder nach Accra.
Silvester
Als nächstes stand
Silvester vor der Tür. Für Silvester hatten wir uns alle ein paar Zimmer am
Strand gemietet, wo es dann auch eine große Party mit einem sehr leckeren
Buffet gab. Und es war wirklich schwer
sich an diesem Abend nicht irgendwie wohl zu fühlen und vom alten Jahr Abschied
zu nehmen. Auf der einen Seite das Meeresrauschen und der Strand und auf der
anderen Seite die Reggae Musik und ein Lagerfeuer. Um 0:00 Uhr gab es dann
natürlich auch ein kleines Feuerwerk. Dies war schön, aber nicht mehr so ganz
besonders, da die Ghanaer schon seit Weihnachten gefühlt jeden Abend kleine
Feuerwerke veranstaltet haben. Die ersten Stunden des Neuesjahr verbrachten wir
also am Strand und warteten bis die Sonne über dem Meer aufging.
Mid of Stay Seminar
Wenige Tage später ging
es dann weiter zum Mid of Stay Seminar. Dieses Seminar wird von unserer
Partnerorganisation vor Ort AFS Ghana veranstaltet und sollte dafür da
sein, unsere bisherige Zeit zu
reflektieren und uns z.B. auch Ziele für die kommende Zeit zu stecken. Wir
diskutierten verschiedene Sachen, wie die Situation in unseren Gastfamilien,
unseren Projekten und natürlich generell das Leben hier und die ghanaische
Kultur. Am Ende dieser drei Tage ging es dann zusammen nach Cape Coast, den
größten Ort an der Westküste Ghanas. Auf
dem Weg nach Cape Coast besuchten wir den „Kakum National Park“. Dieser ist einer der größten Attraktionen für
Touristen in Ghana. Das besondere hier ist nämlich der sogenannte „Canopy
Walkway“. Dieser ist ein Pfad aus
Holzbrücken, der sich zwischen den Baumkronen des Regenwalds befindet, nichts
also für Menschen mit Höhenangst. Dies
war wirklich ein einzigartiges und beeindruckendes Erlebnis!
Am nächsten Tag ging es
dann leider schon wieder zurück nach Accra, aber bevor wir uns auf den Weg
machten, stand noch ein Besuch im „Elmina Castle“ an, einer der alätesten
Sklavenburgen der Welt. Die Burg wurde
1482(!) gebaut und war seitdem unter portugiesischer und anschießend dänischer Führung.
Die Führung durch die Burg war wirklich aufschlussreich, aber mindestens
genauso traurig. Wir lernten einiges darüber, wie die Sklaven damals behandelt
wurden und wie viele Qualen und Schmerzen sie über sich ergehen lassen mussten.
Besonders traurig waren die Todeszellen und „the room of no return“ (Der Raum
ohne Wiederkehr), welcher der letzte Ort
der Sklaven war, bevor sie nach Europa, Amerika oder in andere Orte der Welt
verschleppt wurden sind. Außerdem war auch der Gegensatz zwischen den Unterkünften
der Sklaven und den Räumen der Gouverneure sehr krass. Persönlich empfand ich die Führung und
Besichtigung der Burg aber auch noch sehr wertvoll und lehrreich, weil, obwohl
das Thema Sklaverei in der Schule angeschnitten wird und man natürlich auch so
in seinem Leben darüber lernt, man sich
mit dem Thema in Deutschland eher weniger auseinandergesetzt und einem meistens
gar nicht klar wird, wie drastisch dies alles war, bis man es selbst mal vor
Gesicht bekommt.
Nachdem es dann am
Samstag wieder nach Hause ging, traf ich mich am nächsten Tag noch einmal kurz mit einem
Arbeitskollegen, um den letzten Tag der Ferien zu genießen, da am nächsten
Tag der Wecker wieder um 5 Uhr klingeln sollte und die Arbeit wieder los ging.
In meinem nächsten
Blogeintrag werde ich euch dann darüber erzählen, was ich in den letzten Wochen
in meinem Projekt so gemacht habe und auch noch einige Aspekte über das Leben
hier. Bis dahin lasst es euch gut gehen und bis zum nächsten Mal!