Hallo alle zusammen!
Endlich finde ich mal wieder die Zeit, um Euch auf den
neusten Stand der Dinge zu bringen und Euch zu erzählen, wie es mir so geht. Es
hat leider ein bisschen gedauert, da ich in letzter Zeit besonders in meinem
Projekt sehr viel zu tun hatte und deswegen eher weniger zum Schreiben gekommen
bin…
Aber damit spreche ich auch schon den ersten Punkt an, über
den ich Euch heute ein bisschen mehr erzählen möchte: mein Projekt. Ich hatte
mal nachgeguckt und gesehen, dass ich zuletzt über mein Projekt Ende Oktober
berichtet hatte, also schon etwas länger her. Dies bedeutet natürlich nicht,
dass in der Zwischenzeit nichts passiert ist, ganz im Gegenteil! Aber zuerst
einmal ein genereller Statusbericht:
Mir geht es weiterhin sehr gut in meinem Projekt und seit
einer Weile fühlen sich die Atmosphäre und die Menschen in meinem Projekt auch
wie eine große Familie an. Mit meinen Arbeitskollegen verstehe ich mich
ebenfalls sehr gut und wir unternehmen auch außerhalb der Schule viel. Besonders freut es mich auch, dass ich von
eigentlich allen Lehrern als vollwertiges Mitglied des Kollegiums angesehen
werde und nicht einfach nur als der Freiwillige, der eh in ein paar Monaten
geht. Dies bedeutet dann natürlich aber auch, dass ich ebenfalls alle Aufgaben
erledigen muss, die die anderen Lehrer auch bewältigen müssen. Sei es Klausur-
oder Pausenaufsicht, Vertretungsunterricht, Arbeiten korrigieren, mit auf Ausflüge
gehen und und und….
Dennoch macht mir so gut wie alles Spaß und Freude. (Außer
vielleicht das Berichtigen von Tests und Klausuren , das hat schon manchmal
seine Längen (lach))… Nur muss ich mich
dennoch von Zeit zu Zeit daran gewöhnen, dass ich jetzt quasi auf der „anderen
Seite“ stehe und jetzt die nervösen Schüler während ihrer Klausuren
beaufsichtige oder beim Ausflug im Bus vorne sitze und mich alle 3 Minuten
umdrehen muss und brülle, dass sich doch bitte alle hinsetzen… But that’s life,
right?
Auch die Schüler bereiten mir immer noch eine große Freude.
Am Anfang habe ich mich manchmal gefragt, ob sie vielleicht nur so begeistert
und motiviert sind, weil ich neu bin, aber mittlerweile ist mir klargeworden,
dass die Kinder einfach nur sehr viel Lebensfreude und Energie mitbringen. Wenn die Kinder motiviert sind, dann macht
dies natürlich (meistens) auch die Arbeit
einfacher. Besonders auf den Sportunterricht freuen sich die jüngeren Kinder
immer besonders. Wenn ich an der Tür des Klassenraums erscheine, kommt es dann
schon nicht selten vor, dass es manche Schüler gar nicht mehr auf den Sitzen
hält und sie schon fröhlich in der Gegend herumspringen. Auch den anderen Lehrern ist dies
mittlerweile aufgefallen und, zu meiner großen Freude, drohen ein paar Lehrer
jetzt schon teilweise öfter damit, dass die Klasse nicht zum Sportunterricht
geht, als ihnen mit Schlägen zu drohen.
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| Ein paar Eindrücke aus meinem Sportunterricht |
Der Sportunterricht war auch das, was mich über die letzten
Wochen sehr auf Trab gehalten hat. Anfang Februar stand nämlich das jährliche
„Inter-Section Sports Event“ an meiner Schule statt, welches sich über zwei
Tage erstreckte. Bei diesem treten die Schüler in vier unterschiedlichen
Sections in verschiedenen Wettbewerben gegeneinander an. Einige der Disziplinen
waren ganz normale Leichtathletik Wettkämpfe wie 100/200 m Lauf und
Staffellauf. Abgesehen davon gab es aber auch verschiedene spielerische
Wettbewerbe wie z.B. Reise nach Jerusalem und ein Seilspringrennen. Natürlich musste dieses Event aber erst einmal
geplant werden und die Schüler auch auf die einzelnen Disziplinen im
Sportunterricht vorbereitet werden. Für diese Aufgaben waren natürlich die
Sportlehrer zuständig... Im Großen und Ganzen ging das dann aber alles ganz gut
über die Bühne. Zur Begeisterung der Schüler haben wir es geschafft, dass das
Sportfest dieses Jahr in einem großen Sportstadium stattfand und nicht einfach
nur auf dem Schulhof. Im sonstigen Planungsverlauf trieb mich die ghanaische
Gelassenheit, die ich zum größten Teil sehr genieße und zu schätzen weiß, dann doch hier und dort auf die
sprichwörtliche Palme. Dies kam dann besonders vor, wenn man selber versuchte
schon alles im Voraus zu planen, so wie wir Deutschen das halt gerne mal
machen, und nicht erst am Tag davor, um dann in Panik zu verfallen. Aber das muss ich den Ghanaern dann auch
lassen, auch wenn es meistens aus meiner Sicht eher ein bisschen chaotisch und
spontan zugeht, klappt dann doch meistens alles. Dies traf auch auf unseren
Sportevent zu. Die Schüler genossen die beiden Tage wirklich sehr und welche
Section es dieses Jahr ganz oben auf das Podest schaffen würde, war sehr hart umkämpft. Besonders toll fand
ich es, wie sich die Schüler in ihren Sections gegenseitig unterstützt haben
und so alles aus sich heraus gehauen haben. Ein großes Highlight für die
Schüler war dann auch der Lehrer vs. Eltern Staffellauf, bei dem ich als
Sportlehrer natürlich auch mitmachte.
Und die Erwartungen der Schüler wurden nicht enttäuscht, da die Lehrer
das Rennen mit einem deutlichen Vorsprung gewannen (lach)… Insgesamt gingen dann eigentlich alle mit
einem Lächeln nach Hause und auf zwei erfolgreiche Tage zurück blickend.
Momentan bereiten wir eine kleine Gruppe von Schülern immer nach der Schule für eine halbe Stunde auf einen kleinen Marathonlauf vor, der dann Anfang Mai stattfinden wird. Aber auch der Informatikunterricht macht mir immer noch mindestens genauso viel Spaß. Ich empfinde diesen auch als eine nette Abwechslung zu dem Sportunterricht, welcher zum größten Teil draußen auf dem Feld stattfindet.
Eine weitere einzigartige Erfahrung über die ich Euch gerne
ein bisschen berichten möchte, ist meine erste ghanaische Beerdigung. Im
Dezember letzten Jahres ist trauriger weise ein älterer Lehrer an meiner Schule
verstorben. Nachdem letztes Jahr innerhalb der Schule schon eine kleine
Trauerfeier stattfand, war Ende Februar dann die „richtige“ Beerdigung. Das
diese erst „so spät“ nach dem Tod abgehalten wurde, ist für ghanaische
Verhältnisse aber überhaupt nicht ungewöhnlich. Schon durch die viele
Erzählungen im Vorhinein wusste ich, dass eine ghanaische Beerdigung eher wenig
mit einer deutschen Beerdigung zu tun hat. Hier wird nämlich die Person
wirklich gefeiert und so in Gedanken behalten. Dies bedeutete, dass alle Lehrer
mit einem Bus von der Schule zur Kirche fuhren, wo die Trauerfeier dann
stattfinden sollte. Das Besondere dabei war aber schon, dass während der
gesamten Busfahrt Musik gemacht wurde und dazu kräftig gesungen wurde. Nach der
Trauerfeier und der Beisetzung ging es dann weiter in eine Art Restaurant, wo
es für alle reichlich zu essen und zu trinken gab. Von da aus ging es dann im
regelmäßigen Abständen von einer Bar zur nächsten, wo natürlich auch das Tanzen
nicht zu kurz kam. Für die meisten Lehrer und mich ging es am Nachmittag
zurück, aber manche waren auch noch bis lang in den Abend unterwegs. Mir persönlich hat diese Art der Trauer sehr
gefallen, aber ich denke die beiden Seiten (ghanaische und deutsche
Beerdigungen) Vor- und Nachteile haben
und ich bin mir auch nicht so sicher, ob es mir so gefallen hätte, wäre mir die
Person sehr viel näher gewesen.
![]() |
| Rot und Schwarz sind typische Beerdigungsfarben |
Ein weiterer Aspekt, den ich heute mal ein bisschen ansprechen würde, weil es mich schon viele gefragt haben, ist, wie es denn so ist, als auf einmal als „Weißer“ in der Minderheit zu sein oder als Weißer hier in Ghana zu leben. Was ich im nachfolgenden schreibe und berichte, sind natürlich alles meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke und sollten nicht einfach so verallgemeinert werden, was ebenfalls für meine restlichen Berichte gilt.
Bereits vor meiner
Abreise habe mir darüber schon eher weniger Gedanken gemacht und schon schnell
nach meiner Ankunft in Ghana wurde mir klar, dass hier kein Grund zur Sorge
besteht. Man darf sich die Situation hier nämlich überhaupt nicht wie die in
den meisten westlichen Ländern vorstellen. Während in diesen Leute mit einer
anderen Hautfarbe oder anderen unterschiedlichen Merkmalen teilweise kalt
angeguckt werden und sich diskriminierende Bezeichnungen anhören lassen müssen,
freuen sich die Ghanaer besonders über so gut wie jeden Ausländer, der hier zu
Besuch ist oder der hier lebt. Wenn man hier als Weißer über die Straßen läuft,
dauert es keine 5 Minuten bis man mindestens einmal die Worte „Ohh Broni“ zu
hören bekommen hat, welche in Twi bedeuten „Oh mein Weißer“ oder einfach nur
„oh Weißer“.
Dies klingt jetzt vielleicht erst mal komisch, aber dies ist es auf keinen Fall. Wie gerade schon erwähnt habe, ist es eher ein Ausdruck der Freude von den Menschen hier, darüber, dass man nach Ghana gekommen ist und ihr Land besucht. Aber auch sonst sind die Leute hier einfach immer sehr offen und warmherzig und vielen Leuten liegt es auch sehr am Herzen, dass man hier eine schöne Zeit hat und Ghana genießt. So wird einem eigentlich auch immer Hilfe angeboten, wenn man sie gerade braucht. Ein gutes Beispiel dafür ist es z.B., wenn man sich verlaufen hat oder einfach den Weg nicht mehr weiß. Wenn man in Deutschland jemand nach dem Weg fragen würde, dann würde einem die Person in 90% der Fälle schnell eine Wegbeschreibung geben und sich dann wieder auf den eigenen Weg machen. Hier nehmen einen die Leute dann einfach an die Hand und führen einen zu dem gewünschten Ort. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Ziel 5 Minuten oder auch mal 15 Minuten weit weg ist. Aber ich merke schon, dass ich ein bisschen abschweife...
Auch für meine Arbeitskollegen und für meine Gastfamilie spielt es überhaupt keine Rolle, welche Hauptfarbe ich habe. Insgesamt habe ich die Ghanaer als sehr aufgeschlossene und freundliche Menschen kennen gelernt. Dies bezieht sich nicht nur auf die Hautfarbe oder Herkunft von Menschen, sondern z.B. auch auf ihre Religion. So glaube ich, dass Ghana (trauriger weise) eines der wenigen Länder ist, in denen eine Moschee direkt neben einer Kirche stehen kann und es überhaupt keine Probleme zwischen den Angehörigen gibt.
Das Einzige, was manchmal ein bisschen schwierig ist, ist, dass hier weiß sein immer damit verbunden wird, dass man viel Geld hat, was ja im Durchschnitt auch so stimmen mag, aber nicht auf jede einzelne Person zutrifft. Aus diesem Grund kann aber auch z.B. ein Markteinkauf oder Anziehsachen kaufen gehen, manchmal ein bisschen anstrengender sein, da die Verkäufer für einen die Preise gerne mal in die Höhe treiben, aus dem einfachen Grund, dass man weiß ist und ja schließlich viel Geld hat. Des Weiteren ist es mir und auch anderen Freiwilligen auch schon teilweise passiert, dass Leute auf einen zukommen, fragen ob sie mit einem ein Foto machen können und dann wieder verschwinden… (lach) Insgesamt kann ich aber nur sagen, dass meine Hautfarbe meinen Aufenthalt hier zu keinen Zeitpunkt wirklich negativ beeinflusst hat. Darüber hinaus kann ich jeden nur beruhigen, der sich dies vielleicht als ein Problem vorstellt, wenn man nach Ghana oder in ein anderes afrikanisches Land kommt.
Dies klingt jetzt vielleicht erst mal komisch, aber dies ist es auf keinen Fall. Wie gerade schon erwähnt habe, ist es eher ein Ausdruck der Freude von den Menschen hier, darüber, dass man nach Ghana gekommen ist und ihr Land besucht. Aber auch sonst sind die Leute hier einfach immer sehr offen und warmherzig und vielen Leuten liegt es auch sehr am Herzen, dass man hier eine schöne Zeit hat und Ghana genießt. So wird einem eigentlich auch immer Hilfe angeboten, wenn man sie gerade braucht. Ein gutes Beispiel dafür ist es z.B., wenn man sich verlaufen hat oder einfach den Weg nicht mehr weiß. Wenn man in Deutschland jemand nach dem Weg fragen würde, dann würde einem die Person in 90% der Fälle schnell eine Wegbeschreibung geben und sich dann wieder auf den eigenen Weg machen. Hier nehmen einen die Leute dann einfach an die Hand und führen einen zu dem gewünschten Ort. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Ziel 5 Minuten oder auch mal 15 Minuten weit weg ist. Aber ich merke schon, dass ich ein bisschen abschweife...
Auch für meine Arbeitskollegen und für meine Gastfamilie spielt es überhaupt keine Rolle, welche Hauptfarbe ich habe. Insgesamt habe ich die Ghanaer als sehr aufgeschlossene und freundliche Menschen kennen gelernt. Dies bezieht sich nicht nur auf die Hautfarbe oder Herkunft von Menschen, sondern z.B. auch auf ihre Religion. So glaube ich, dass Ghana (trauriger weise) eines der wenigen Länder ist, in denen eine Moschee direkt neben einer Kirche stehen kann und es überhaupt keine Probleme zwischen den Angehörigen gibt.
Das Einzige, was manchmal ein bisschen schwierig ist, ist, dass hier weiß sein immer damit verbunden wird, dass man viel Geld hat, was ja im Durchschnitt auch so stimmen mag, aber nicht auf jede einzelne Person zutrifft. Aus diesem Grund kann aber auch z.B. ein Markteinkauf oder Anziehsachen kaufen gehen, manchmal ein bisschen anstrengender sein, da die Verkäufer für einen die Preise gerne mal in die Höhe treiben, aus dem einfachen Grund, dass man weiß ist und ja schließlich viel Geld hat. Des Weiteren ist es mir und auch anderen Freiwilligen auch schon teilweise passiert, dass Leute auf einen zukommen, fragen ob sie mit einem ein Foto machen können und dann wieder verschwinden… (lach) Insgesamt kann ich aber nur sagen, dass meine Hautfarbe meinen Aufenthalt hier zu keinen Zeitpunkt wirklich negativ beeinflusst hat. Darüber hinaus kann ich jeden nur beruhigen, der sich dies vielleicht als ein Problem vorstellt, wenn man nach Ghana oder in ein anderes afrikanisches Land kommt.




