So, hier ist nun auch
endlich das erste “Lebenszeichen” von mir. Ich bin jetzt mittlerweile über eine
Woche in Accra, der Hauptstadt Ghanas. Dennoch fühlt es sich nicht wie 10 Tage
an, sondern eher wie einen Monat und gleichzeitig manchmal auch nur wie eins
bis zwei Tage. Auf der einen Seite vergeht die Zeit so schnell, weil man jeden
Tag, jede Stunde, man könnte sogar schon fast sagen jede Minute etwas neues
sieht oder erlebt. Aber auch genau diese
große Anzahl an Erlebnissen und Erfahrungen, sind so viele an der Zahl, dass es
sich schon sehr lange her anfühlt, seit ich in Deutschland ins Flugzeug
gestiegen.
Aber fangen wir von vorne
an. Der Flug von Düsseldorf über Amsterdam nach Accra war sehr nett und unproblematisch.
Als wir dann in Ghana aus dem Flugzeug stiegen, war das Wetter zwar nicht ganz so schlimm, wie wir es uns erwartet
hatten, aber es war definitiv eine
Umstellung. Am Flughafen angekommen wurden
wir dann sehr nett von einer live Band begrüßt, die am Flughafen spielt. Die
Lage am Gepäckband war dagegen jedoch um einiges stressiger. Man muss es sich
quasi so vorstellen, als wenn alle 100-150 (oder vielleicht auch mehr)
Passagiere aus dem Flugzeug in einem kleinen Klassenraum stehen und jeder irgendwie
versucht sein Gepäck zu finden. Die Hauptsache war aber, dass mein Gepäck gut
angekommen ist (lach).
Vom Flughafen ging es
dann durch die Stadt zu unserer Jugendherberge, die ein bisschen außerhalb von Accra
lag, in der wir auch die nächsten 3 Tage verbringenden sollten. Schon auf dem
Weg zur Jugendherberge wurde uns allen klar, dass wir in der kommenden Zeit
ganz viele neue Sachen erleben sollen. So war überall auf den Straßen noch sehr
viel los und wir sahen viele Leute, die Lebensmittel und andere Sachen, die sie
auf ihren Kopf trugen, auf der Straße
verkauften. Zwar muss man sich erst mal daran gewöhnen, aber es kann schon sehr
praktisch sein, wenn man auf dem Weg nach Hause von der Arbeit im Stau
Toilettenpapier oder einen kurzen Snack kaufen kann, indem man einfach seinen
Arm aus dem Bus streckt. Zum Verkehr kann ich
sonst nur noch sagen, dass uns allen sehr schnell klar geworden ist, warum es
uns nicht erlaubt ein Auto hier zu
fahren. Zwar habe ich hier (glücklicherweise) noch keinen richtigen Unfall
gesehen (dass sich Autos streifen zählt hier glaube ich nicht), aber dafür
schon gefühlt 1000 beinah Unfälle.
In den ersten drei Tagen
hatten wir dann nochmal eine Art Vorbereitungsseminar auf dem uns verschiedene
Sachen beigebracht wurden. So hatten wir z.B. einen Sprachkurs in Twi und ein
paar Tipps wie man Gesund bleibt.
Nach diesen drei Tagen
ging es dann endlich zu unseren Gastfamilien! Und ich hätte mir den Empfang
wirklich nicht freundlicher vorstellen können. Ich wurde mit einem „Welcome
Simon“ Kuchen empfangen und die kleine Enkelin meiner Gastmutter hatte ein Bild
für mich gemalt. Auch im weiteren Verlauf stellte sich meine Gastfamilie als
sehr sehr freundlich und offen heraus. Sie erkunden sich immer nach meinen
Wohlergehen und wollen nur das Beste für mich. So macht sich meine Gastmutter
z.B. immer Sorgen, dass ich doch mehr Essen sollte, weil man hier in Ghana eher
größere Portionen isst, und sie sonst befürchtet, dass ich Hunger hätte, was
nicht der Fall sein darf, weil ich jetzt auch eines ihrer Kinder bin. Apropos Essen: Das Essen schmeckt mir bisher
besonders gut. Ich habe schon typische Gerichte, wie „Fufu“, „Banku“, „Yams“
und Kochbananen probiert und besonders die schärferen Gerichte gefallen mir
sehr gut.
| Mein Wilkommenskuchen |
Am Dienstag ging es dann
auch zum ersten Mal zu unseren Projekten. Um zu meiner Schule zu kommen, muss
ich von mir zu Hause den Bus bzw. „Trotro“ (auf Twi) nehmen. Dies war und ist auf jeden Fall immer noch ein
Abenteuer! Die Buse fahren nämlich an den Stationen vorbei und der sogenannte
„Mate“ ruft aus dem Bus heraus, wo es hin geht. Bei den ersten Malen hatte ich
ein bisschen Schwierigkeiten dies zu verstehen, aber mittlerweile geht es schon
viel einfacher und ein echter Vorteil ist, dass die Busfahrten sehr billig
sind. So bezahle ich für meine 30-40 minütige Fahrt zur Arbeit umgerechnet ein
bisschen weniger als 50 Cent.
Als ich an meiner Schule
angekommen bin wurde ich von der Schulleiterin empfangen und durfte erstmals zuhören,
wie die Schüler morgens die ghanaische Nationalhymne und die Schulhymne singen.
Dies fand ich sehr schön und emotional.
Anschließend wurde ich von einem Lehrer durch die Schule geführt und jeder
Klasse vorgestellt. Es war sehr schön zu sehen, wie sich die Schüler gefreut
haben, als sie hörten, dass ich sie unterrichten würde. Außerdem bekam ich von
jeder Klasse einen Applaus, was sehr nett war. Nachdem ich allen vorgestellt
wurde, war mein erster Arbeitstag auch schon vorbei, da es erst am nächsten Tag
„richtig“ los gehen sollte.
Dies hatte aber den
Vorteil, dass ich an einer Stadttour von amerikanischen Austauschülern meiner
Organisation hier vor Ort teilnehmen konnte! So sah ich u.a. das Sportstadion,
in dem die meisten Spiele der Fußballnationalmannschaft Ghanas ausgetragen
werden. Des Weiteren besuchten wir die Gedenkstätte des ersten ghanaischen Präsidenten,
welcher für die Unabhängigkeit Ghanas sorgte. Daraufhin besuchte ich noch mit
Freunden die „University of Ghana“, wo ich dann auch zum ersten Mal Fufu essen
durfte, eines der Hauptgerichte Ghanas.
Die nächsten Arbeitstage
sollten dann durchaus stressiger werden als mein erster. So dauerte es ein
bisschen, bis ich dann endlich meinen Stundenplan bekam, welcher sich bis jetzt
schon oft verändert hat und es wohl auch noch ein bisschen tun wird…(^^) Bald erfuhr ich auch, dass ich
momentan der einzige Sportlehrer auf meiner Schule bin, da der letztjährige
erst vor kurzem aufgehört hatte. Deshalb hatte ich dann auch schnell meine
erste Sportstunde. Das einzige Problem war, dass ich mit einer Klasse von max.
30 Kindern gerechnet habe. Hier haben jedoch immer zwei Klassen gleichzeitig
Sport und somit standen dann auf einmal 60(!) Kinder vor mir. Dies war natürlich
erst mal sehr stressig, stellte sich aber gleichzeitig als sehr spannend und
lustig heraus, da die Kinder hier sehr nett und freundlich sind. Bisher durfte
ich schon fast alle Altersklassen unterrichten, also so ziemlich alles von
Kindergartenkindern bis zu 15-16 jährigen Schülern. Auch meine erste ICT (Informatik) Stunde
verlief eigentlich sehr problemlos, außer, dass ich manchmal noch ein bisschen
Schwierigkeiten habe, die kleinen Kinder zu verstehen, was sich aber bestimmt
mit der Zeit legen wird…
Insgesamt fühle ich mich
schon sehr wohl hier und bin gespannt wie die nächsten Monate so sein werden.
Im momentan muss ich mich zwar noch an vieles gewöhnen, weil das Leben hier schon
sehr unterschiedlich ist, im Vergleich zu Deutschland, aber alle Leute, die ich
bisher hier kennen gelernt habe, erleichtern mir die Eingewöhnung und Anpassung
und ich bin mir sicher, dass ich mich sehr bald an das Leben hier gewöhnt habe.
Im nächsten Blogeintrag
werde ich euch dann ein bisschen mehr über das Leben hier erzählen und die weiteren
Erfahrungen, die ich in meinem Projekt gesammelt habe.
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