Mittwoch, 11. Januar 2017

Ausflug ins Paradies und viele Festlichkeiten in der Schule



Hallo Alle zusammen! Ich wünsch Euch allen ein frohes neues Jahr und hoffe, dass Ihr einen guten Start ins neue Jahr hattet. „Frohes Neues“. Ja, da sagst du was Simon, schon ein bisschen her seit wir das letzte Mal von dir gehört haben,  werden sich jetzt bestimmt manche von Euch denken. Und mir bleibt auch nichts anderes übrig, als mich an dieser Stelle dafür zu entschuldigen, dass ich so lange nichts von mir hab hören lassen. Eigentlich hatte ich schon seit langer Zeit mal vorgehabt wieder etwas zu schreiben, aber in den letzten Wochen hab ich dafür so gut wie keine Zeit gefunden, da ich entweder viel auf der Arbeit zu tun hatte oder viel am Reisen war….   
Als Entschuldigung möchte ich Euch jetzt natürlich darüber berichten, was ich in den letzten Wochen so erlebt habe und wo ich mich rum getrieben habe. Da dies alles ein bisschen viel für einen Eintrag wäre, habe ich mir vorgenommen in den nächsten Tagen und Wochen mehrere Posts zu verfassen, damit Ihr auch über alles genau Bescheid wisst.
Dann legen wir doch einfach mal los:

Reisetagebuch Part I: „Paradies ohne Schildkröten“

Vom 2.12-4.12 stand ein langes Wochenende an, da hier am Freitag der sogenannte „Farmers Day“ gefeiert wurde. Diese Möglichkeiten wollten ein paar der anderen Freiwilligen und ich nutzen, um unsere erste kleine Reise zu planen. Als Ziel hatten wir uns schlussendlich den kleinen Ort Ada ausgeguckt, der ungefähr 1 ½ - 2 Stunden östlich von Accra liegt. Auf der einen Seite hatten wir gehört, dass man in Ada wirklich gut entspannen kann, und sich somit mal eine kleine Verschnaufpause von der Großstadt nehmen kann, und auf der anderen Seite (und dies war der Hauptgrund) wollten wir sehen, wie Meeresschildkröten in der Nacht an Strand schwimmen, um dort ihre Eier zu legen, was in Ada sehr gut möglich sein sollte.

Also machten wir uns am Freitagmorgen mit dem Tro Tro nach Ada auf. In Ada angekommen dauerte es nicht mal fünf Minuten, bis wir von ca. 8-10 Männern auf  Motorrädern umringt waren, welche uns anboten, uns zu unserem Hostel zu fahren. An dieser Stelle sollte ich wohl kurz zwei Sachen erklären. Erstens gehören Motorräder hier wie Taxis, Tro Tros, Reisebuse, etc. zu den öffentlichen Fortbewegungsmitteln. Zweitens ist es nicht unüblich, dass sich die Fahrer um die Kunden ringen. Ist halt ein ganz normaler Wettbewerb.                                                                    
So saß dann also jeder einzeln auf einem Motorrad, welches uns zu unserer Unterkunft fahren sollte. Natürlich war es für die ersten Momente ein komisches Gefühl für jeden von uns sich einfach auf das Motorrad eines Fremden zu setzten, welcher damit über die üblichen Sandstraßen und Holperwege hier fahren sollte. Schnell gewöhnten wir uns aber daran und genossen die restliche Zeit und den kühlen Fahrtwind.  Nach kurzer Fahrt wurden wir dann in einem kleinen Fischerort direkt am Strand raus gelassen und liefen von dort den restlichen Weg zu Fuß ab  Am Eingang unseres Hostels wurden wir dann von einem Mann mit den Worten „Welcome to paradise“ begrüßt. Über diese Worte lachten wir da noch herzlich, da wir noch nicht wussten, was uns erwarten sollte.        

Es hat mir sehr viel besser gefallen, als es auf diesem Bild vielleicht aussieht (lach)

Kurz danach war es aber soweit. Es stellte sich heraus, dass unser Hostel auf einer kleinen Sandbank lag, welche rechts vom Meer umgeben war und links vom Volta See. Das ganze „Grundstück“ war von Palmen umgeben, zwischen denen sogar manchmal eine Hängematte aufgespannt war. Auch die Unterkünfte waren prächtig, da man in kleinen Strandhütten untergebracht war, welche komplett im Sand standen. 



Schnell die Sachen abgelegt und schon ging es auf den ersten kleinen Spaziergang entlang des Wassers. Spätestens jetzt war uns klar, was der Mann mit seinen Worten gemeint hatte. Natürlich nutzen wir die Möglichkeit dann auch und gingen im Meer schwimmen. Den Rest des Tages entspannten wir dann nur noch und machten es uns abends an der Bar unseres Hostels gemütlich. Bis um 10 Uhr abends, da wir dann von einer netten und sehr informierten Frau abgeholt wurden, welche mit uns den Strand entlang ging, um dort nach Schildkröten Ausschau zu halten. Stolz erzählte uns die Frau noch, wie sie dieses Jahr auf jeder ihrer Touren mindestens eine Schildkröte gesehen hatte. Somit gingen wir sehr positiv an das Ganze heran. 1 ½- 2 Stunden später und mit total müden Beiden, mussten wir leider einsehen, dass wir an diesem Abend keine Schildkröte zu sehen bekommen sollten. Dies war natürlich enttäuschend, aber auch kein Weltuntergang, da dies einfach der Lauf der Natur ist und man sich die Natur natürlich nicht wie einen Wecker stellen kann.
Von dieser kleinen Enttäuschung ließen wir uns aber natürlich nicht runterziehen. Was auch ziemlich schwer möglich war, wenn man am Meer zwischen Palmen aufwacht. Nach einen kurzen Ausflug in den Nachbarort machten wir uns  auf zum Hafen, da uns in der Nacht davor von einem Ghanaer empfohlen wurde, dass man von dort sehr schöne Bootstouren auf dem See machen kann. Und es sollte wirklich schön werden. Nachdem wir auf dem Volta See rumgefahren waren machten wir einen kleinen Stopp auf der „Crocodile Island“, wo es, wie der Name schön verrät, Krokodile zu sehen gab. Das war auf den ersten Blick erst mal ziemlich cool, besonders, da wir noch eine Fütterung sehen durften, aber nach kurzer Zeit tat es uns allen eigentlich nur Leid, dass so viele Tiere (es waren 9 an der Zahl) auf so einer kleinen Fläche eingesperrt sind.  Nach dieser kurzen Erfahrung ging es auf einem anderen Weg wieder zu unserem Haus zurück.  Nicht weit von unserem Hostel änderte sich aber auf einmal das Wetter und nahm nach unserem Befinden weltuntergangsähnliche Züge an. Glücklicherweise fing es erst so richtig an zu regnen, als wir nur noch wenige Meter von unseren Hütten entfernt waren. Noch besser war, dass sich das Unwetter ebenso schnell verzog wie es aufgekommen war. So konnten wir auch den letzten Abend gemütlich verbringen. Am späten Abend wurde dann sogar noch ein Lagerfeuer gemacht, was uns allen sehr gut gefallen hat.
Am nächsten Tag wurde dann noch einmal die wunderschöne Atmosphäre genossen, noch einmal schwimmen gegangen und dann zu unser aller Bedauern wieder auf den Rückweg gemacht. Unterm Strich stand also ein wunderschönes und erholsame Wochenende und für uns alle war klar, dass dies nicht das letzte Mal in diesem Jahr sein würde, dass wir Ada einen Besuch abstatten würden. Und daran konnten auch die fehlenden Schildkröten nichts ändern (lach) 





Die letzten Schulwochen

Mit fortlaufender Zeit näherten sich dann auch die Ferien und damit auch die letzten Schulwochen. Ca. zweieinhalb Wochen vor den Ferien wurden dann in allen Klassen (außer Kindergarten 1 und 2) und in so gut wie allen Fächern Exams geschrieben. Dies bedeutete, dass während dieser Zeit viel Klausuraufsicht auf dem Plan stand und anschließend viel Korrigieren. Obwohl ich bei den ersten Klausuren sehr aufgeregt war und das Korrigieren sehr viel Spaß gemacht hat, hat es dann auch gar nicht lange gedauert, bis ich verstanden habe, warum sich meine Lehrer oft über das viele Korrigieren aufgeregt haben. 
Dennoch können einen manche Antworten der Schüler sehr zum Lachen bringen und es macht einem auch immer wieder glücklich und auch ein bisschen Stolz, wenn jemand gut abschneidet. Nachdem alle Schüler ihrer Klausuren und damit die Arbeit hinter sich gebracht haben, stand der Spaß im Vordergrund. Zunächst einmal wurde an verschiedenen Tagen für das anstehende Weihnachtskonzert geübt, zu dem dann auch die Eltern eingeladen wurden. Und obwohl ich mir in verschiedenen Momenten während der Proben ein kleines bisschen Sorgen um das Konzert gemacht habe, lief dann alles perfekt. Alle waren sehr zufrieden und hatten ihren Spaß. Die größte Freude hat es mir jedoch bereitet, wie die jüngeren Kinder nach dem Konzert noch für ein bisschen dageblieben sind und alle zusammen „Feliz Navidad“ gesungen haben. Am nächsten Tag stand dann der letzte Schultag für die Kinder an und an diesem fand die sogenannte „End of Year Party“ für die Schüler statt. Dazu durften die Schüler sogar ihre Schuluniformen zu Hause lassen und durften sich den ganzen Tag amüsieren. Dafür wurden unter anderem extra zwei Hüpfburgen bereitgestellt und die jüngeren Kinder konnten sich schminken lassen. Am Ende des Tages gab es dann noch eine Talentshow, bei der das übliche Tanzen hier natürlich nicht fehlen durfte. Mit einer ganze Menge Spaß und Freude ging es dann also für die Schüler in den Ferien. Meine Kollegen und ich mussten am nächsten Tag noch einmal zur Schule kommen. Zuerst stand eine Lehrerkonferenz auf dem Plan, bei der über die letzen Monate geredet wurde und speziell auch wie z.B. die Klausurphase lief. Anschließend wurde die Musik aufgedreht und  auch für die Lehrer wurde ein Buffet aufgestellt und somit hatten auch wir einen gemütlichen Ausklang und ich konnte mich auf drei Wochen Ferien freuen.

So, das war es dann auch für's erste. Aber keine Sorge, der nächste Beitrag ist schon unterwegs . In diesem werde ich dann über meine Reise nach Kumasi erzählen und wie ich die Weihnachtszeitszeit hier so verbracht habe!

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