Hallo Alle zusammen! Ich
wünsch Euch allen ein frohes neues Jahr und hoffe, dass Ihr einen guten Start
ins neue Jahr hattet. „Frohes Neues“. Ja, da sagst du was Simon, schon ein
bisschen her seit wir das letzte Mal von dir gehört haben, werden sich jetzt bestimmt manche von Euch
denken. Und mir bleibt auch nichts anderes übrig, als mich an dieser Stelle
dafür zu entschuldigen, dass ich so lange nichts von mir hab hören lassen.
Eigentlich hatte ich schon seit langer Zeit mal vorgehabt wieder etwas zu
schreiben, aber in den letzten Wochen hab ich dafür so gut wie keine Zeit
gefunden, da ich entweder viel auf der Arbeit zu tun hatte oder viel am Reisen
war….
Als
Entschuldigung möchte ich Euch jetzt natürlich darüber berichten, was ich in
den letzten Wochen so erlebt habe und wo ich mich rum getrieben habe. Da dies
alles ein bisschen viel für einen Eintrag wäre, habe ich mir vorgenommen in den
nächsten Tagen und Wochen mehrere Posts zu verfassen, damit Ihr auch über alles
genau Bescheid wisst.
Dann legen wir doch einfach mal los:
Dann legen wir doch einfach mal los:
Reisetagebuch Part I: „Paradies
ohne Schildkröten“
Vom 2.12-4.12 stand ein
langes Wochenende an, da hier am Freitag der sogenannte „Farmers Day“ gefeiert
wurde. Diese Möglichkeiten wollten
ein paar der anderen Freiwilligen und ich nutzen, um unsere erste kleine Reise
zu planen. Als Ziel hatten wir uns schlussendlich den kleinen Ort Ada
ausgeguckt, der ungefähr 1 ½ - 2 Stunden östlich von Accra liegt. Auf der einen
Seite hatten wir gehört, dass man in Ada wirklich gut entspannen kann, und sich
somit mal eine kleine Verschnaufpause von der Großstadt nehmen kann, und auf
der anderen Seite (und dies war der Hauptgrund) wollten wir sehen, wie
Meeresschildkröten in der Nacht an Strand schwimmen, um dort ihre Eier zu
legen, was in Ada sehr gut möglich sein sollte.
Also machten wir uns am
Freitagmorgen mit dem Tro Tro nach Ada auf. In Ada angekommen dauerte es nicht
mal fünf Minuten, bis wir von ca. 8-10 Männern auf Motorrädern umringt waren, welche uns
anboten, uns zu unserem Hostel zu fahren. An dieser Stelle sollte ich wohl kurz
zwei Sachen erklären. Erstens gehören Motorräder hier wie Taxis, Tro Tros,
Reisebuse, etc. zu den öffentlichen Fortbewegungsmitteln. Zweitens ist es nicht
unüblich, dass sich die Fahrer um die Kunden ringen. Ist halt ein ganz normaler
Wettbewerb.
So
saß dann also jeder einzeln auf einem Motorrad, welches uns zu unserer
Unterkunft fahren sollte. Natürlich war es für die ersten Momente ein komisches
Gefühl für jeden von uns sich einfach auf das Motorrad eines Fremden zu
setzten, welcher damit über die üblichen Sandstraßen und Holperwege hier fahren
sollte. Schnell gewöhnten wir uns aber daran und genossen die restliche Zeit
und den kühlen Fahrtwind. Nach kurzer
Fahrt wurden wir dann in einem kleinen Fischerort direkt am Strand raus
gelassen und liefen von dort den restlichen Weg zu Fuß ab Am Eingang unseres Hostels wurden wir dann von
einem Mann mit den Worten „Welcome to paradise“ begrüßt. Über diese Worte
lachten wir da noch herzlich, da wir noch nicht wussten, was uns erwarten sollte.
| Es hat mir sehr viel besser gefallen, als es auf diesem Bild vielleicht aussieht (lach) |
Kurz danach
war es aber soweit. Es stellte sich heraus, dass unser Hostel auf einer kleinen
Sandbank lag, welche rechts vom Meer umgeben war und links vom Volta See. Das
ganze „Grundstück“ war von Palmen umgeben, zwischen denen sogar manchmal eine
Hängematte aufgespannt war. Auch die Unterkünfte waren prächtig, da man in
kleinen Strandhütten untergebracht war, welche komplett im Sand standen.
Schnell die Sachen
abgelegt und schon ging es auf den ersten kleinen Spaziergang entlang des
Wassers. Spätestens jetzt war uns klar, was der Mann mit seinen Worten gemeint
hatte. Natürlich nutzen wir die Möglichkeit dann auch und gingen im Meer
schwimmen. Den Rest des Tages entspannten wir dann nur noch und machten es uns
abends an der Bar unseres Hostels gemütlich. Bis um 10 Uhr abends, da wir dann
von einer netten und sehr informierten Frau abgeholt wurden, welche mit uns den
Strand entlang ging, um dort nach Schildkröten Ausschau zu halten. Stolz
erzählte uns die Frau noch, wie sie dieses Jahr auf jeder ihrer Touren
mindestens eine Schildkröte gesehen hatte. Somit gingen wir sehr positiv an das
Ganze heran. 1 ½- 2 Stunden später und mit total müden Beiden, mussten wir
leider einsehen, dass wir an diesem Abend keine Schildkröte zu sehen bekommen sollten.
Dies war natürlich enttäuschend, aber auch kein Weltuntergang, da dies einfach
der Lauf der Natur ist und man sich die Natur natürlich nicht wie einen Wecker
stellen kann.
Von dieser kleinen
Enttäuschung ließen wir uns aber natürlich nicht runterziehen. Was auch
ziemlich schwer möglich war, wenn man am Meer zwischen Palmen aufwacht. Nach
einen kurzen Ausflug in den Nachbarort machten wir uns auf zum Hafen, da uns in der Nacht davor von
einem Ghanaer empfohlen wurde, dass man von dort sehr schöne Bootstouren auf
dem See machen kann. Und es sollte wirklich schön werden. Nachdem wir auf dem
Volta See rumgefahren waren machten wir einen kleinen Stopp auf der „Crocodile
Island“, wo es, wie der Name schön verrät, Krokodile zu sehen gab. Das war auf
den ersten Blick erst mal ziemlich cool, besonders, da wir noch eine Fütterung
sehen durften, aber nach kurzer Zeit tat es uns allen eigentlich nur Leid, dass
so viele Tiere (es waren 9 an der Zahl) auf so einer kleinen Fläche eingesperrt
sind. Nach dieser kurzen Erfahrung ging
es auf einem anderen Weg wieder zu unserem Haus zurück. Nicht weit von unserem Hostel änderte sich
aber auf einmal das Wetter und nahm nach unserem Befinden
weltuntergangsähnliche Züge an. Glücklicherweise fing es erst so richtig an zu
regnen, als wir nur noch wenige Meter von unseren Hütten entfernt waren. Noch
besser war, dass sich das Unwetter ebenso schnell verzog wie es aufgekommen
war. So konnten wir auch den letzten Abend gemütlich verbringen. Am späten
Abend wurde dann sogar noch ein Lagerfeuer gemacht, was uns allen sehr gut
gefallen hat.
Am
nächsten Tag wurde dann noch einmal die wunderschöne Atmosphäre genossen, noch
einmal schwimmen gegangen und dann zu unser aller Bedauern wieder auf den
Rückweg gemacht. Unterm Strich stand also ein wunderschönes und erholsame
Wochenende und für uns alle war klar, dass dies nicht das letzte Mal in diesem
Jahr sein würde, dass wir Ada einen Besuch abstatten würden. Und daran konnten
auch die fehlenden Schildkröten nichts ändern (lach)
Die letzten Schulwochen
Mit fortlaufender Zeit
näherten sich dann auch die Ferien und damit auch die letzten Schulwochen. Ca.
zweieinhalb Wochen vor den Ferien wurden dann in allen Klassen (außer
Kindergarten 1 und 2) und in so gut wie allen Fächern Exams geschrieben. Dies bedeutete,
dass während dieser Zeit viel Klausuraufsicht auf dem Plan stand und
anschließend viel Korrigieren. Obwohl ich bei den ersten Klausuren sehr
aufgeregt war und das Korrigieren sehr viel Spaß gemacht hat, hat es dann auch
gar nicht lange gedauert, bis ich verstanden habe, warum sich meine Lehrer oft
über das viele Korrigieren aufgeregt haben.
Dennoch können einen manche
Antworten der Schüler sehr zum Lachen bringen und es macht einem auch immer
wieder glücklich und auch ein bisschen Stolz, wenn jemand gut abschneidet.
Nachdem alle Schüler ihrer Klausuren und damit die Arbeit hinter sich gebracht
haben, stand der Spaß im Vordergrund. Zunächst einmal wurde an verschiedenen
Tagen für das anstehende Weihnachtskonzert geübt, zu dem dann auch die Eltern
eingeladen wurden. Und obwohl ich mir in verschiedenen Momenten während der
Proben ein kleines bisschen Sorgen um das Konzert gemacht habe, lief dann alles
perfekt. Alle waren sehr zufrieden und hatten ihren Spaß. Die größte Freude hat
es mir jedoch bereitet, wie die jüngeren Kinder nach dem Konzert noch für ein
bisschen dageblieben sind und alle zusammen „Feliz Navidad“ gesungen haben. Am
nächsten Tag stand dann der letzte Schultag für die Kinder an und an diesem
fand die sogenannte „End of Year Party“ für die Schüler statt. Dazu durften die
Schüler sogar ihre Schuluniformen zu Hause lassen und durften sich den ganzen Tag
amüsieren. Dafür wurden unter anderem extra zwei Hüpfburgen bereitgestellt und
die jüngeren Kinder konnten sich schminken lassen. Am Ende des Tages gab es
dann noch eine Talentshow, bei der das übliche Tanzen hier natürlich nicht
fehlen durfte. Mit einer ganze Menge Spaß und Freude ging es dann also für die
Schüler in den Ferien. Meine Kollegen und ich mussten am nächsten Tag noch
einmal zur Schule kommen. Zuerst stand eine Lehrerkonferenz auf dem Plan, bei
der über die letzen Monate geredet wurde und speziell auch wie z.B. die
Klausurphase lief. Anschließend wurde die Musik aufgedreht und auch für die Lehrer wurde ein Buffet
aufgestellt und somit hatten auch wir einen gemütlichen Ausklang und ich konnte
mich auf drei Wochen Ferien freuen.
So, das war es dann auch für's erste. Aber keine Sorge, der nächste Beitrag ist schon unterwegs . In diesem werde ich dann über meine Reise nach Kumasi erzählen und wie ich die Weihnachtszeitszeit hier so verbracht habe!
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