Reisetagebuch Part II: „Kumasi“
Unsere Weihnachtsferien
wollten ein paar meiner Freunde und ich natürlich so gut wie möglich nutzen und
überlegten uns daher, was wir denn noch so sehen wollten. Relativ schnell fiel
die Wahl auf Kumasi, die zweitgrößte Stadt Ghanas und die Geburtsstädte der
Ashanti, dem größten und auch einflussreichsten Stamm Ghanas.
Nach einer ca. 5-6
Stunden langen Busfahrt wurden wir von einem Mitarbeiter von unserer
Organisation abgeholt, welcher sich normalerweise um die Freiwilligen in Kumasi
kümmert und der so nett war, und uns bei sich und seiner Familie für die erste
Nacht aufnahm. Bei ihm angekommen legten wir nur schnell unsere Sachen ab und
machten uns dann auf ein bisschen das Nachtleben von Kumasi zu erforschen. Am
Ende stellte es sich heraus, dass wir zum Hotel von Anthony Yeboah fuhren, da
dort eine Cluberöffnung stattfand. Für alle die sich jetzt denken :,,Anthony
Wer?“. Anthony Yeboah ist ein ehemaliger Fußballer, der sehr erfolgreich in
Deutschland gespielt hat und auch für die ghanaische Nationalmannschaft. Im
Laufe des Abends traf ich Ihn dann sogar und wir haben uns kurz auf Deutsch
unterhalten.
Am nächsten Tag holten
wir dann unsere Freunde ab, die einen Tag später angereist waren. Zusammen
suchten wir nach einer Unterkunft. Gesucht, gefunden, machten wir uns direkt
wieder auf, da wir den berühmten Central Market besichtigen wollten. Laut einem
Reiseführer ist der Central Market von Kumasi ungefähr so groß wie 14
Fußballfelder und gehört damit zu den größten Märkten Afrikas, wenn nicht sogar
der Welt. Und an dieser Stelle möchte ich kurz einschieben, dass Kumasi
wirklich eine sehr entspannte Stadt im Vergleich zu Accra ist, und man z.B.
abends ruhig über die Straßen schlender kann, was in den meisten Teilen Accras
nicht wirklich möglich ist. Der Central
Market ist jedoch eine eigene Welt für sich. Man kann sich, dass dann ungefähr
so vorstellen, als wäre man in einem großen Einkaufszentrum, in dem gerade
Verkaufsoffener Sonntag ist, Winterschlussverkauf, eine Preisreduzierung von
50% und das dann alles noch zehn Mal schlimmer. Zwar ist der Markt sehr gut in
verschiedene Teile unterteilt, aber besonders als „Tourist“ dauert es sehr
lange, bis man sich mal einigermaßen zu Recht gefunden hat. Dennoch hat der
Markt natürlich auch eine riesengroße Auswahl und bietet einem alles, was man
gerade so braucht. Und mit „alles“ meine ich auch alles. So liefen wir z.B.
durch die „Tierabteiung“, wo es gefühlt das Fleisch oder Fell von jedem Tier
gab. Das war dann nicht ganz nach meinem Geschmack, aber jedem, wie er es
braucht.
| Ein ganz kleiner Teil des Marktes |
Um uns erst mal ein
bisschen zu entspannen fuhren wir am nächsten aus Kumasi heraus und peilten den
„Lake Bosumtwi“ an. Dieser stellte sich zu 100% als die erhoffte Erholungsstätte
dar. Schon der Weg dahin durch die wunderschönen Süd-Ashanti Berge war sehr
eindrucksvoll. Unser Hostel war direkt am See gelegen und somit gingen manche
von uns auch direkt schwimmen. Zwar wird einem oftmals gesagt, dass man in
stehenden Gewässern hier in Ghana nicht schwimmen gehen soll, weil es eine hohe
Wahrscheinlichkeit gibt, dass man sich mit Bakterien ansteckt, aber der Lake
Bosumtwi stellt definitiv eine Ausnahme dar. Der See war super sauber und klar
und damit super geeignet, um schwimmen zu gehen. Der See wird von den Ashanti
außerdem als heilig angesehen, da sich dort die Gottheit Twi befinden soll. Bei
dieser verabschieden sich die Seelen aller toten Ashanti von dieser Welt. Wir waren gar nicht lange im Wasser und schon
wurden wir von ein paar Kindern aus dem Dorf entdeckt, welche sich dann auch
später zu uns gesellten und mit uns spielten. Auf jeden Fall eine spaßige Zeit
für beide Seiten. Am Abend liefen wir dann noch ein bisschen durch den Ort und ließen den Tag entspannt ausklingen.
Am nächsten Tag machten
wir uns dann auf den Weg zurück nach Kumasi, da wir ja auch dort noch einiges
zu sehen hatten. Als erstes stand das
Kulturzentrums Kumasis auf dem Plan. Ähnlich wie der Central Market stellt ist
dieser Ort eine kleine Welt für sich selbst, jedoch ein sehr viel entspanntere.
Innerhalb des Kulturzentrums gibt es
verschiedene Werkstätten und Shops in denen es so gut geht wie alle traditionellen
ghanaischen Produkte gibt. Das coole dabei ist, dass die Sachen alle von den
Leuten dort vor Ort selber produziert werden und man so natürlich viele Fragen
über die Herstellung oder andere Sachen stellen oder wenn man Glück hat auch
selber dabei zu sehen, wie solche Sachen gemacht werden. Darüber hinaus liefen
wir außerdem zufällig an zwei Trommelkursen vorbei und hatten so die
Möglichkeit deren sehr gute und ins Ohr gehende Musik anzuhören
Am nächsten Tag ging es dann für uns nochmal zum Central Markt, weil sich einige von uns Stoffe holen wollten. Das mit den Stoffen hier ist nämlich wirklich cool, da es wunderschöne afrikanische Stoffe gibt, die man normalerweise in Europa niemals sieht. Wenn man dann einen Stoff gefunden hat, kauft man sich die gewünscht Anzahl an „yards“ von dem Stoff (je nachdem ob man z.B. eine Hose, ein Hemd oder was anderes will). Diesen bringt man dann zu einer Schneiderin oder einem Schneider und diese/dieser macht einem maßgeschneidert das, was man haben will.
Am nächsten Tag ging es dann für uns nochmal zum Central Markt, weil sich einige von uns Stoffe holen wollten. Das mit den Stoffen hier ist nämlich wirklich cool, da es wunderschöne afrikanische Stoffe gibt, die man normalerweise in Europa niemals sieht. Wenn man dann einen Stoff gefunden hat, kauft man sich die gewünscht Anzahl an „yards“ von dem Stoff (je nachdem ob man z.B. eine Hose, ein Hemd oder was anderes will). Diesen bringt man dann zu einer Schneiderin oder einem Schneider und diese/dieser macht einem maßgeschneidert das, was man haben will.
| So sieht's aus, wenn man es auf dem Markt kauft... |
| Und so, wenn es dann fertig ist :) |
Da wir nach diesen zwei
Sachen jedoch noch nicht genug hatten, sind wir dann noch weiter zum „Manhyia Palace“, der Palast der Ashanti, gegangen. Dort wurde nämlich vor wenigen Jahren
der alte Palast, der jetzt durch einen neuen in seiner Funktion ersetzt wurden
ist, zu einem Museum um dekoriert. Unsere Führung war wirklich sehr interessant
und später wussten wir genau darüber Bescheid, wie bei den Ashantis z.B. die
Königin oder der König bestimmt werden, was ihr Aufgaben sind und wir das Leben
der Königsfamilie so aussieht. Des Weiteren hatte die Führung quasi einen
speziellen ghanaischen „Touch“, da leider gerade Stromausfall war und somit
kein Licht da war. Für unseren Führer kein Problem! Dieser nahm einfach eine
Taschenlampe mit und gab mir eine weitere in die Hand und schon konnte unsere
Führung los gehen…
![]() |
| Hat schon was königliches, oder? (lach) |
Nachdem wir an diesem Tag
somit einiges gesehen hatten, gingen wir zu unserem Hostel zurück und konnten
uns am nächsten Tag mit guten Gewissen auf den Rückweg machen.
Weihnachten
Jeder kennt es: Kurz nach
Halloween sieht man schon die ersten Schokoladen Weihnachtsmänner in den Supermärkten,
dann zum ersten Mal über den Weihnachtsmarkt schlendern, in den letzten Tagen
vor Weihnachten noch schnell die letzten Geschenke kaufen und vielleicht auch
draußen im Schnee spielen… Ja, all dies verbinden wir mit der Weihnachtszeit
und während dieser Zeit kommt man immer mehr in Weihnachtstimmung. Diese sollte
dieses Jahr bei mir irgendwie nicht so richtig aufkommen.
Es fällt einem eher
gesagt ziemlich schwer, immer wieder zu realisieren, dass ja bald Weihnachten
vor der Tür steht, wenn es draußen 30-35 Grad (oder noch heißer) ist, man sich
die kurzen Hosen anzieht, wenn man raus geht, und man am Wochenende mit den
Freunden an Strand geht, um zu schwimmen.
So erging es mir auf jeden Fall in den Wochen vor Weihnachten. Wenn man
zufällig mal an einem Laden mit einem kleinen Weihnachtsbaum vorbei lief oder
am Sonntag die Glückwünsche zum ersten,
zweiten, dritten und vierten Advent von zu Hause bekommt, dann merkte
man erst richtig, dass es ja schon wieder soweit ist. Dies aber bedeutet nicht,
dass ich nicht dennoch eine sehr schöne Weihnachtszeit hatte. Ganz im
Gegenteil:
Eine Woche vor
Weihnachten wurden wir vom Goethe Institut zu deren Weihnachtsfeier eingeladen,
welche von einer Freiwilligen aus Deutschland organisiert wurden ist. Als wir
dort ankamen konnten wir unseren Augen kaum trauen. Frisch gebackene Waffeln,
Vanillekipferl und sogar Lebkuchen. Was aber noch viel interessanter und beeindruckender
war, war, dass wir uns mit Ghananern auf Deutsch unterhalten haben. Ja, auf
Deutsch! Im Goethe Institut lernen nämlich einige Ghanaer Deutsch, da sie vor
haben z.B. in Deutschland zur Uni zu gehen. Obwohl manche von ihnen erst seit
einem Jahr deutsch lernten, waren ihre Sprachkenntnisse wirklich beeindrucken
und wir konnten leicht eine ganze Unterhaltung führen. Nachdem wir uns alle mit
den Leckereien mehr oder weniger
vollgestopft hatten, guckten wir uns anschließend das kleine Weihnachtskonzert an.
Zuerst trat ein ghanaischer Chor auf und anschließend sangen alle Anwesenden
zusammen deutsche Weihnachtslieder wie „Stille Nacht“ oder „Oh Tannenbaum“.
Nachdem das Singen vorbei war, wurden sogar noch mehr Lebkuchen rausgeholt und
es gab dazu Kinderpunsch und Glühwein!
Da meine Familie selber
dieses Jahr nichts zu Weihnachten gemacht hat, fuhr ich am 24. zu der Familie
von Paul, ein anderer Freiwilliger, da dessen Familie ein großes Familienfest
veranstaltete und dazu auch wir Freiwilligen eingeladen waren. Als ich ankam,
wurden gerade die letzten Vorkehrungen getroffen, aber mir wurde erzählt, dass
schon seit Tagen die ganze Zeit an dem Essen gearbeitet wurde. Und dieses hatte
es dann auch wirklich in sich. Es gab alle bekannten ghanaischen Gerichte und
die „Groundnutsoup“, eine Soße aus Erdnüssen, die sehr lange zubereitet wurde,
war wie das Paradies auf Erden (lach). Generell
war die Stimmung sehr feierlich und alle
amüsierten sich prächtig. So wurde dann noch ein bisschen getanzt und sich den
ganzen Abend über unterhalten, bis alle mit vollem Magen schlafen gingen.
Am nächsten Tag machte ich mich dann auf nach Hause, um meiner Gastfamilie meine Weihnachtsgeschenke zu geben. Es ist hier nämlich nicht so wie in Deutschland, dass Heiligabend besonders gefeiert wird, sondern Weihnachten selber, also der 25.12, ist der große Feiertag und somit spielen sich die meisten Feierlichkeiten an diesem Tag ab. Meine Familie war wirklich total überrascht, dass ich für sie ein paar Geschenke hatte und sie habe sich sehr darüber gefreut.
Am Nachmittag bin ich dann zu Annika und Sarahs Familie gefahren, da die beiden geplant hatten für ihre Familie eine Art deutsches Weihnachtsessen zu machen und ich, trotz meiner linierten Kochfähigkeiten, machte mich so nützlich wie möglich und packte in der Küche mit an. Nach einigen Stunden harter Arbeit hatten wir dann ein wirklich schönes dreigängiges Essen hergezaubert! So gab es unter anderem gefülltes Omelett, Nudelsalat und am Ende eine Art Schoko-Fondue. Bevor wir aber mit dem Essen anfingen, wurde erst noch die Weihnachtsgeschichte vorgelesen und dann sogar diskutiert. Dies war wirklich sehr interessant. Zu unserer aller Freunde schienen den Ghanaern unser Essen sehr zu schmecken. Der restliche Abend wurde dann zusammen verbracht. Am nächsten Morgen besprachen Annika, Sarah und ich dann noch unsere nächste Reise, über die ihr in meinem nächsten Eintrag mehr lesen werdet.
Am nächsten Tag machte ich mich dann auf nach Hause, um meiner Gastfamilie meine Weihnachtsgeschenke zu geben. Es ist hier nämlich nicht so wie in Deutschland, dass Heiligabend besonders gefeiert wird, sondern Weihnachten selber, also der 25.12, ist der große Feiertag und somit spielen sich die meisten Feierlichkeiten an diesem Tag ab. Meine Familie war wirklich total überrascht, dass ich für sie ein paar Geschenke hatte und sie habe sich sehr darüber gefreut.
Am Nachmittag bin ich dann zu Annika und Sarahs Familie gefahren, da die beiden geplant hatten für ihre Familie eine Art deutsches Weihnachtsessen zu machen und ich, trotz meiner linierten Kochfähigkeiten, machte mich so nützlich wie möglich und packte in der Küche mit an. Nach einigen Stunden harter Arbeit hatten wir dann ein wirklich schönes dreigängiges Essen hergezaubert! So gab es unter anderem gefülltes Omelett, Nudelsalat und am Ende eine Art Schoko-Fondue. Bevor wir aber mit dem Essen anfingen, wurde erst noch die Weihnachtsgeschichte vorgelesen und dann sogar diskutiert. Dies war wirklich sehr interessant. Zu unserer aller Freunde schienen den Ghanaern unser Essen sehr zu schmecken. Der restliche Abend wurde dann zusammen verbracht. Am nächsten Morgen besprachen Annika, Sarah und ich dann noch unsere nächste Reise, über die ihr in meinem nächsten Eintrag mehr lesen werdet.
Im Großen und Ganzen
hatte ich also ein sehr schönes Weihnachtsfest und generell eine schöne
Weihnachtszeit. Und ich muss wirklich sagen, Weihnachten bei um die 30 Grad,
daran könnte ich mich gewöhnen...;)



Bis auf das Wetter ist Weihnachten wohl überall gleich: viel essen und trinken und mit Familie oder Freunden zusammen feiern��hier in Osttirol haben wir tagsüber -2° und nachts -15°, also genieße die Wärme
AntwortenLöschen